Bellizistische Beißer und die „innere Schranke“ antideutscher Antisemitismus„kritik“

Oder: Warum die „Bahamas“ besser ihr(en) Maul gehalten hätte

Zur Kritik an der „Bahamas“

von Daniel Späth

erschienen am 23.06.2015 auf http://exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=5&posnr=542&backtext1=text1.php

Die historische Geburtsstunde der Vernunftpolizei

Seit Beginn ihrer Existenz stellte die „warenproduzierend-patriarchale Vergesellschaftung“ (Roswitha Scholz) einen objektivierten Zwangszusammenhang dar, dessen tautologische Prozessualität sich nur durch die beständigen Friktionen, lebensgeschichtlichen Deformationen und gewaltsamen Selbstzurichtungen der ihr Ausgelieferten hindurch vollziehen kann. Unvermeidlich übersetzt sich die Kluft zwischen der realabstrakten Formkonstitution des Subjekts und des in sie gebannten Individuums in eine permanente Widerspruchsbearbeitung, wobei aus der andauernden Reibungsfläche zumindest potentiell jederzeit der Impuls einer radikalen Kritik entstehen kann.

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Liberalismus in der Fundamentalkrise: Eine Kritik der „Postwachstumsbewegung“

Zur Kritik an der Postwachstumsbewegung

von Daniel Späth

erschienen am 22.12.1014 auf http://exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=5&posnr=539&backtext1=text1.php. In veränderter Fassung unter dem Titel „‚Postwachstum‘ oder die Krise der Vernunft – zu einem Syndrom liberaler Fortschrittslosigkeit“ in Phase 2 Nr. 49/2014 erschienen.

Liberalismus und Zinskritik

„Wer es sich in der wattierten Nonstop-Rundumversorgung gemütlich gemacht hat, kann nicht zugleich die Souveränität eines Individuums bewahren, das seine Ansprüche nur an jene Möglichkeiten bindet, die nötigenfalls durch eigene Leistungen reproduziert werden können.“ 1
„Wattierte Nonstop-Rundumversorgung“ – diese gesellschaftliche Zustandsbeschreibung Niko Paechs, dem spiritus rector der Postwachstumsbewegung, zielt keineswegs auf die utopische Antizipation einer befreiten Gesellschaft; im Gegenteil handelt es sich dabei um eine Illustration des Krisenkapitalismus Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Mögen diese Phrasen Paechs ihre Existenz mitunter einer professoralen Hypostasierung des eigenen partikularen Standpunkts verdanken, dessen „wattierte Nonstop-Rundumversorgung“ unterdessen selbst sukzessive am Erodieren ist und zunehmend in prekäre Beschäftigungsverhältnisse abgleitet, kann die zum Ausdruck gebrachte Verblendung gegenüber der herrschenden Armut und Verelendung dennoch nicht alleine aus diesem subjektiven Bezugsfeld heraus erklärt werden. Immerhin manifestierte sich mit der Postwachstumsbewegung in den letzten Jahren eine politische Gruppierung, die ebenso in linksradikalen wie akademischen Milieus zu reüssieren weiß.

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Die Dialektik des Triebs in der Postmoderne

Zur Kritik des postmodernen Narzissmus und der Desexualisierung des Sexus

von Daniel Späth

erschienen am 06.08.2014 auf: http://exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=5&posnr=532&backtext1=text1.php

I. Das linksradikale Subjekt als Unternehmer seiner selbst oder die Exstirpation des Triebbegriffs

Die Psychoanalyse ist out; das gilt vor allem für den Linksradikalismus. Dass die Sexualität ehedem als Einspruch gegen die vom Kapital gestiftete Zwangsvergesellschaftung ins Feld geführt wurde, vermag eine weithin postmodernisierte Linke bestenfalls als ein Relikt aus grauer Vorzeit zu fassen. Freie Liebe, einst zur Chiffre „revolutionärer Praxis“ auserkoren, wurde längst von der polyamorösen „Beziehungsarbeit“ substituiert und auch die pittoreske Utopie friedvollen Kommune-Daseins ist durch unzählige Workshops sowie Evaluationen aller Art gründlich ersetzt worden. Der sich in derartigen institutionalisierten „Selbstkonzeptionen“ niederschlagende Erfahrungsgehalt eigener Individualität speist sich aus einer permanenten „Arbeit am eigenen Selbst“, der ökonomischen Verwertung des eigenen Ichs qua beständiger Flexibilität und anhaltendem Kompetenzerwerb, die nicht zufällig aus der (post)68er-Linken hervorgebracht und von betriebswirtschaftlicher Seite aus Effizienzgründen erfolgreich adaptiert wurde. Wenn bis in linksradikale Kontexte hinein gruppendynamische Konflikte durch Supervision einer „friedlichen Lösung“ zugeführt werden sollen, kristallisiert sich die Wendung der gesellschaftlich produzierten Wut gegen das eigene Ich als Rationalisierung des universellen Leidens in ihrem unerbittlichen Selbstzwang heraus.

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Das antipolemische Tribunal der linken NettigkeitsterroristInnen

Das antipolemische Tribunal der linken NettigkeitsterroristInnen

Das Projekt einer „emanzipatorischen Antimoderne“ – Ein Nachruf auf Robert Kurz

von Daniel Späth

„Die Aussichtslosigkeit der Alternativen, wie sie aus dem modernen warenproduzierenden System noch hervorgehen, legt mit immer größerem Nachdruck die Kritik des kategorialen Zusammenhangs selbst nahe, in dessen Grenzen sich alles bisherige Denken und Handeln der Moderne bewegt hat. Man kann sich winden und wenden, wie man will: Die Moderne, das heißt die Realmetaphysik der Wertform oder das Fetischverhältnis des Kapitals, kann auf keine Weise „neu erfunden“, sondern nur noch überwunden werden. Es bedarf einer emanzipatorischen Antimoderne, die nur aus einer Transformation der linken Gesellschaftskritik hervorgehen kann.“ 1

Das Projekt einer „emanzipatorischen Antimoderne“, wie es Robert Kurz in dem abschließenden Kapitel seines Buches „Weltordnungskrieg. Das Ende der Souveränität und die Wandlungen des Imperialismus im Zeitalter der Globalisierung“ antizipierte, hatte von Anfang kein geringeres Ziel, als die theoretische Kritik der gesamten kapitalistischen Modernisierungsgeschichte, ihrer bürgerlich-ideologischen Verlaufsformen, sowie deren innerlinker Derivate. Dass ein solches Projekt freilich nicht vom Himmel fällt, sondern allein durch ein beständiges Herausarbeiten aus der eigenen bürgerlichen Subjektform bewerkstelligt werden kann, dafür steht die theoretische Entwicklung von Robert Kurz beinahe mustergültig. Sie umfasst als Startpunkt eine von Lenin beeinflusste Marx-Interpretation und endet mit der Einsicht in die unabdingbare Notwendigkeit einer Transformation der Wertkritik in die Wert-Abspaltungs-Kritik. (mehr…)