Archiv für August 2011

Gutmenschen- und Denunziantentum – Die Scheinheiligkeit der „Marxistischen Aktion Tübingen“

Nachdem die „Marxistische Aktion Tübingen“ (MAT) nun auch auf den letzten Vortrag der Veranstaltungsreihe „Linke Irrwege“ schriftlich im Nachhinein geantwortet hat [1] (obwohl einige Leute aus der Gruppe bei besagtem Vortrag anwesend waren), ist es wohl nicht anders möglich, als diese Debatte via Internet zu führen.

Grundsätzlich beklagt die „Marxistische Aktion Tübingen“ in ihrer Reaktion auf meinen Vortrag den aggressiven und polemischen Stil der Auseinandersetzung, der zusammen mit der Vortragsreihe zu einer weiteren Eskalation in der Tübinger Linken geführt hätte. Um dies zu unterstreichen behauptet sie, ich würde nach eigener Aussage „einen Gutteil“ meiner „theoretischen Tätigkeit im Allgemeinen“ der „Marxistischen Aktion Tübingen“ widmen. Das ist natürlich nicht nur falsch zitiert, vielmehr ist es grober Unfug; meine „theoretische Tätigkeit“ erstreckt sich auf durchaus wichtigere Felder als eine lokale Auseinandersetzung. Jedoch scheint die MAT falsche Zitate zu benötigen, um den Schein aufrechterhalten zu können, ich würde mich auf einem persönlichen „Feldzug“ gegen sie befinden, der unabhängig von ihrer inhaltlichen Positionierung geführt werde.

Vielleicht ist es geschulten KlassenkämpferInnen einfach nicht möglich, eine inhaltliche Auseinandersetzung unter anderen Gesichtspunkten zu führen, als unter „taktischen“ und „interessegeleiteten“ und vielleicht rührt daher das nur scheinbare Unverständnis der MAT, warum die Debatte in Tübingen derart hochgekocht ist. Ausgangspunkt nämlich war die „Marxistische Aktion Tübingen“ selbst mit ihrer Stellungnahme zu Tarachs Vortrag, die in der Tat keine Polemik war, sondern eine Denunziation: Wurden in ihr doch AntisemitismuskritikerInnen im Allgemeinen und Tarach im Besonderen als VerschwörungstheoretikerInnen gebrandmarkt! Insofern war es wiederum die MAT selbst, die mit einem völlig unbegründeten Antisemitismusvorwurf (Tilman Tarach gegenüber!!!) auftrat, den sie mir entgegenschleudert. Warum nach einem solchen Versuch, den Antisemitismus in der Tübinger Linken noch salonfähiger zu machen, KritikerInnen auf den Plan treten, darüber darf die „Marxistische Aktion Tübingen“ einmal ganz angestrengt nachdenken [2]. (mehr…)