gegen das Vorwärts ins Zurück http://linkeirrwege.blogsport.de AK LINKE IRRWEGE Wed, 08 Jul 2015 16:29:20 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Bellizistische Beißer und die „innere Schranke“ antideutscher Antisemitismus„kritik“ http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/bellizistische-beisser-und-die-innere-schranke-antideutscher-antisemitismuskritik/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/bellizistische-beisser-und-die-innere-schranke-antideutscher-antisemitismuskritik/#comments Wed, 08 Jul 2015 16:28:16 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/bellizistische-beisser-und-die-innere-schranke-antideutscher-antisemitismuskritik/ Oder: Warum die „Bahamas“ besser ihr(en) Maul gehalten hätte

Zur Kritik an der „Bahamas“

von Daniel Späth

erschienen am 23.06.2015 auf http://exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=5&posnr=542&backtext1=text1.php

Die historische Geburtsstunde der Vernunftpolizei

Seit Beginn ihrer Existenz stellte die „warenproduzierend-patriarchale Vergesellschaftung“ (Roswitha Scholz) einen objektivierten Zwangszusammenhang dar, dessen tautologische Prozessualität sich nur durch die beständigen Friktionen, lebensgeschichtlichen Deformationen und gewaltsamen Selbstzurichtungen der ihr Ausgelieferten hindurch vollziehen kann. Unvermeidlich übersetzt sich die Kluft zwischen der realabstrakten Formkonstitution des Subjekts und des in sie gebannten Individuums in eine permanente Widerspruchsbearbeitung, wobei aus der andauernden Reibungsfläche zumindest potentiell jederzeit der Impuls einer radikalen Kritik entstehen kann.

Vollständiger Text

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/bellizistische-beisser-und-die-innere-schranke-antideutscher-antisemitismuskritik/feed/
Liberalismus in der Fundamentalkrise: Eine Kritik der „Postwachstumsbewegung“ http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/liberalismus-in-der-fundamentalkrise-eine-kritik-der-postwachstumsbewegung/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/liberalismus-in-der-fundamentalkrise-eine-kritik-der-postwachstumsbewegung/#comments Wed, 08 Jul 2015 16:20:04 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/liberalismus-in-der-fundamentalkrise-eine-kritik-der-postwachstumsbewegung/ Zur Kritik an der Postwachstumsbewegung

von Daniel Späth

erschienen am 22.12.1014 auf http://exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=5&posnr=539&backtext1=text1.php. In veränderter Fassung unter dem Titel „‚Postwachstum‘ oder die Krise der Vernunft – zu einem Syndrom liberaler Fortschrittslosigkeit“ in Phase 2 Nr. 49/2014 erschienen.

Liberalismus und Zinskritik

„Wer es sich in der wattierten Nonstop-Rundumversorgung gemütlich gemacht hat, kann nicht zugleich die Souveränität eines Individuums bewahren, das seine Ansprüche nur an jene Möglichkeiten bindet, die nötigenfalls durch eigene Leistungen reproduziert werden können.“ 1
„Wattierte Nonstop-Rundumversorgung“ – diese gesellschaftliche Zustandsbeschreibung Niko Paechs, dem spiritus rector der Postwachstumsbewegung, zielt keineswegs auf die utopische Antizipation einer befreiten Gesellschaft; im Gegenteil handelt es sich dabei um eine Illustration des Krisenkapitalismus Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Mögen diese Phrasen Paechs ihre Existenz mitunter einer professoralen Hypostasierung des eigenen partikularen Standpunkts verdanken, dessen „wattierte Nonstop-Rundumversorgung“ unterdessen selbst sukzessive am Erodieren ist und zunehmend in prekäre Beschäftigungsverhältnisse abgleitet, kann die zum Ausdruck gebrachte Verblendung gegenüber der herrschenden Armut und Verelendung dennoch nicht alleine aus diesem subjektiven Bezugsfeld heraus erklärt werden. Immerhin manifestierte sich mit der Postwachstumsbewegung in den letzten Jahren eine politische Gruppierung, die ebenso in linksradikalen wie akademischen Milieus zu reüssieren weiß.

Vollständiger Text

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/liberalismus-in-der-fundamentalkrise-eine-kritik-der-postwachstumsbewegung/feed/
Die Dialektik des Triebs in der Postmoderne http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/die-dialektik-des-triebs-in-der-postmoderne/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/die-dialektik-des-triebs-in-der-postmoderne/#comments Wed, 08 Jul 2015 16:09:31 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/die-dialektik-des-triebs-in-der-postmoderne/ Zur Kritik des postmodernen Narzissmus und der Desexualisierung des Sexus

von Daniel Späth

erschienen am 06.08.2014 auf: http://exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=5&posnr=532&backtext1=text1.php

I. Das linksradikale Subjekt als Unternehmer seiner selbst oder die Exstirpation des Triebbegriffs

Die Psychoanalyse ist out; das gilt vor allem für den Linksradikalismus. Dass die Sexualität ehedem als Einspruch gegen die vom Kapital gestiftete Zwangsvergesellschaftung ins Feld geführt wurde, vermag eine weithin postmodernisierte Linke bestenfalls als ein Relikt aus grauer Vorzeit zu fassen. Freie Liebe, einst zur Chiffre „revolutionärer Praxis“ auserkoren, wurde längst von der polyamorösen „Beziehungsarbeit“ substituiert und auch die pittoreske Utopie friedvollen Kommune-Daseins ist durch unzählige Workshops sowie Evaluationen aller Art gründlich ersetzt worden. Der sich in derartigen institutionalisierten „Selbstkonzeptionen“ niederschlagende Erfahrungsgehalt eigener Individualität speist sich aus einer permanenten „Arbeit am eigenen Selbst“, der ökonomischen Verwertung des eigenen Ichs qua beständiger Flexibilität und anhaltendem Kompetenzerwerb, die nicht zufällig aus der (post)68er-Linken hervorgebracht und von betriebswirtschaftlicher Seite aus Effizienzgründen erfolgreich adaptiert wurde. Wenn bis in linksradikale Kontexte hinein gruppendynamische Konflikte durch Supervision einer „friedlichen Lösung“ zugeführt werden sollen, kristallisiert sich die Wendung der gesellschaftlich produzierten Wut gegen das eigene Ich als Rationalisierung des universellen Leidens in ihrem unerbittlichen Selbstzwang heraus.

Vollständiger Text

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2015/07/08/die-dialektik-des-triebs-in-der-postmoderne/feed/
Das antipolemische Tribunal der linken NettigkeitsterroristInnen http://linkeirrwege.blogsport.de/2013/10/17/das-antipolemische-tribunal-der-linken-nettigkeitsterroristinnen/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2013/10/17/das-antipolemische-tribunal-der-linken-nettigkeitsterroristinnen/#comments Thu, 17 Oct 2013 20:07:40 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2013/10/17/das-antipolemische-tribunal-der-linken-nettigkeitsterroristinnen/ Das antipolemische Tribunal der linken NettigkeitsterroristInnen

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2013/10/17/das-antipolemische-tribunal-der-linken-nettigkeitsterroristinnen/feed/
Das Projekt einer „emanzipatorischen Antimoderne“ – Ein Nachruf auf Robert Kurz http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/08/17/das-projekt-einer-emanzipatorischen-antimoderne-ein-nachruf-auf-robert-kurz/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/08/17/das-projekt-einer-emanzipatorischen-antimoderne-ein-nachruf-auf-robert-kurz/#comments Fri, 17 Aug 2012 12:44:04 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/08/17/das-projekt-einer-emanzipatorischen-antimoderne-ein-nachruf-auf-robert-kurz/ von Daniel Späth

„Die Aussichtslosigkeit der Alternativen, wie sie aus dem modernen warenproduzierenden System noch hervorgehen, legt mit immer größerem Nachdruck die Kritik des kategorialen Zusammenhangs selbst nahe, in dessen Grenzen sich alles bisherige Denken und Handeln der Moderne bewegt hat. Man kann sich winden und wenden, wie man will: Die Moderne, das heißt die Realmetaphysik der Wertform oder das Fetischverhältnis des Kapitals, kann auf keine Weise „neu erfunden“, sondern nur noch überwunden werden. Es bedarf einer emanzipatorischen Antimoderne, die nur aus einer Transformation der linken Gesellschaftskritik hervorgehen kann.“ 1

Das Projekt einer „emanzipatorischen Antimoderne“, wie es Robert Kurz in dem abschließenden Kapitel seines Buches „Weltordnungskrieg. Das Ende der Souveränität und die Wandlungen des Imperialismus im Zeitalter der Globalisierung“ antizipierte, hatte von Anfang kein geringeres Ziel, als die theoretische Kritik der gesamten kapitalistischen Modernisierungsgeschichte, ihrer bürgerlich-ideologischen Verlaufsformen, sowie deren innerlinker Derivate. Dass ein solches Projekt freilich nicht vom Himmel fällt, sondern allein durch ein beständiges Herausarbeiten aus der eigenen bürgerlichen Subjektform bewerkstelligt werden kann, dafür steht die theoretische Entwicklung von Robert Kurz beinahe mustergültig. Sie umfasst als Startpunkt eine von Lenin beeinflusste Marx-Interpretation und endet mit der Einsicht in die unabdingbare Notwendigkeit einer Transformation der Wertkritik in die Wert-Abspaltungs-Kritik.

Diese dreißig Jahre dauernde theoretische Entwicklung war dabei geprägt von der permanenten Kritik an den „Mühlen des Teufels“, wie Robert Kurz den Kapitalismus einmal bezeichnete, was für ihn immer schon die radikale Selbstkritik der eigenen Subjekt- und Theorieform einschloss. So nimmt es nicht wunder, dass die von der unbedingten Wut auf eine unmenschliche Gesellschaft inspirierte Akribie, mit der er nahezu jedes Feld bürgerlicher Wissensproduktion kritisch durchleuchtete, auch auf eine beständige Zuspitzung und Radikalisierung seiner eigenen theoretischen Kritik drängte. Angefangen mit der Kritik am Arbeiterbewegungsmarxismus, über diejenige der bürgerlichen Aufklärungsphilosophie und, über diese vermittelt, einer Kritik des wertkritischen Objektivismus, zu der eigenständigen Ausformulierung von Ideologiekritik, bis hin schließlich zur Kritik des patriarchalen Chrakters der Wertform – dieser umfassende theoretische Fundus war stets darauf geeicht, das Unbehagen am eigenen status quo der Theorieentwicklung, aber auch dasjenige angesichts der jeweils aktuellen Theoriegruppe, in der er sich bewegte, zu artikulieren.
Deshalb verstand Robert Kurz die von ihm oftmals betonte „Eigenständigkeit der Theoriebildung“ vor allem auch als einen Hinweis auf den grundsätzlichen Widerspruch, in dem sich radikal gesellschaftskritische Theoriebildung bewegt: Ihr Verhältnis gegenüber der Bewegungslinken kann nur ein distanziertes sein, da es das Ende kritischer Theoriebildung wäre, sich als Legitimationsinstanz für linke Szenebedürfnisse herzugeben. Insofern stand Robert Kurz mit seinen Schriften und Büchern zeit seines Lebens quer zu den diversen Spaltungen der Linken und ihrer in polaren Bahnen verlaufenden Scheingefechte. Mit der neuen Marx-Lektüre und einer falschen Globalisierungskritik rechnete er ebenso ab, wie mit den nostalgischen TheoretikerInnen einer „sozialistischen Warengesellschaft“ und wie nicht zuletzt natürlich sowohl mit der antiimperialistischen als auch der antideutschen Ideologie. Die barbarischen Regimes einer „nachholenden Modernisierung“ als irgendwie geartete Emanzipationsinstanzen anzusehen, blieb für ihn immer ebenso undenkbar, wie zu den Bürgers und ihrem gleichfalls barbarischen „demokratischen Nomos der Moderne“ überzulaufen, wie er im „Weltordnungskrieg“ ausführt:

„So wird immer deutlicher eine doppelte Aufgabe für die Reformulierung linker, radikal emanzipatorischer Gesellschaftskritik sichtbar, je weiter die kapitalistisch-demokratisch unbewältigbare Weltkrise voranschreitet: nämlich sich den falschen Alternativen der immanenten Selbstzerstörungs-Bewegung grundsätzlich zu verweigern und eine „dritte“ Position jenseits der Gegensätze von „westlichen Werten“ und „anti-westlichen Kulturen“, von Bush und bin Laden, von bürgerlicher Aufklärung und ebenso bürgerlicher Gegenaufklärung, von negativem Universalismus des Kapitals und ebenso negativem Universalismus der religiösen Regression, von kapitalistischer Globalisierung und ebenso kapitalistischem Ethno-Partikularismus einzunehmen. Im Zentrum dieser zu erkämpfenden Position jenseits von barbarischen Regressionen und postmoderner Scheinkritik, die das Wesen der repressiven und selbstzerstörerischen Ordnung nicht berührt, kann nur der vollständige und klare Bruch mit der kapitalistischen Realmetaphysik, mit dem ökonomistischen Realitätsprinzip und mit dem demokratischen Nomos der Moderne stehen.“ 2

Wenn die Objektivität der „negativen Wahrheit der Kritik“ (Robert Kurz) auch in dem theoretischen Inhalt begründet liegt, ist die Entwicklung hin zur „Wert-Abspaltungs-Kritik“ nichts desto trotz auch mit der Person Robert Kurz verwoben. Ich habe, seit ich ihn kannte, nicht erlebt, dass er seine exponierte theoretische Stellung jemals für machttaktische Belange ausspielte, oder seine Kritik als Austragungsort persönlicher Empfindsamkeiten verstand; Überheblichkeit und Ich-Fixierung waren ihm zutiefst fremd. Dass dieser Vorwurf von manchen WeggefährtInnen dennoch ab und an gegen ihn erhoben wird, dürfte insofern eher dem Bestreben zuzuschreiben sein, objektiv-inhaltliche Differenzen und ihre notwendigerweise vehementen Austragungensformen auf eine persönliche Ebene abzuschieben. Denn so polemisch seine Texte und Bücher auch waren, entsprangen ihr raffinierter Witz und ihre überzeugende Unerbittlichkeit doch einem Streit um den Inhalt und seiner Transformation in eine radikale Kritik, nicht aber dem selbstdarstellerischen Bedürfnis einer bloßen Denunziation. So viele heftige, zu seinem Leidwesen mitunter gemeine Auseinandersetzungen Robert Kurz auch in und mit der Linken führte und führen musste, die Hoffnung darauf, dass sie sich ihrer bürgerlichen Restbestände ein für allemal entledige, um das Projekt einer „emanzipatorischen Antimoderne“ endlich zu verwirklichen, hat er nie aufgegeben. Die letzten Sätze der „Weltordnungskriege“ lauten:

„Mag diese „dritte“ Position der Verweigerung herrschender Scheinalternativen auch gegenwärtig ohnmächtig erscheinen, so kann sie doch eine Zukunft gewinnen. (…) In diesem Sinne genügt die bisherige Kritik, die schon keine mehr ist, ganz und gar nicht den realen Verhältnissen, die sich zu einer weit radikaleren Kritik drängen.“ 3

Für diese Zukunft hat Robert Kurz sein ganzes Leben lang gekämpft, ohne Konzessionen an die „Mühlen des Teufels“. Sollte sie wider jeglicher Anzeichen tatsächlich doch noch eintreten, hätte sein Werk daran wohl mehr als einen erheblichen Anteil.

1) Robert Kurz, Weltordnungskrieg. Das Ende der Souveränität und die Wandlungen des Imperialismus im Zeitalter der Globalisierung, Bad Honnef, 2003, S.434.

2) A.a.O., S. 436.

3) A.a.O., S.439.

Weiterführendes zum Gedenken an Robert Kurz:

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/08/17/das-projekt-einer-emanzipatorischen-antimoderne-ein-nachruf-auf-robert-kurz/feed/
Der bodenlose Absturz in die Regression. Zum ideologischen Charakter der „Marxistischen Aktion Tübingen“ – Ein Beitrag gegen die denunziatiorische Perfidie in Teilen der Tübinger Linken http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/06/28/der-bodenlose-absturz-in-die-regression-zum-ideologischen-charakter-der-marxistischen-aktion-tuebingen-ein-beitrag-gegen-die-denunziatiorische-perfidie-in-teilen-der-tuebinger-linken/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/06/28/der-bodenlose-absturz-in-die-regression-zum-ideologischen-charakter-der-marxistischen-aktion-tuebingen-ein-beitrag-gegen-die-denunziatiorische-perfidie-in-teilen-der-tuebinger-linken/#comments Thu, 28 Jun 2012 14:18:29 +0000 Administrator Schach MAT http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/06/28/der-bodenlose-absturz-in-die-regression-zum-ideologischen-charakter-der-marxistischen-aktion-tuebingen-ein-beitrag-gegen-die-denunziatiorische-perfidie-in-teilen-der-tuebinger-linken/ WDie folgende Polemik, die hauptsächlich aus der Kenntnisnahme der „Goodbye Lenin! – Revisited“-Broschüre der „Marxistischen Aktion Tübingen“ resultierte, zieht ihre Notwendigkeit aus mehreren Umständen. Zum einen provoziert bereits der Duktus der Broschüre, der sich aus einer eigenartigen Mischung von begründungsloser Beliebigkeit und stasi-ähnlicher Apodiktik speist, eine entschiedene Reaktion; werden nicht alleine die Initiatoren des AK „Linke Irrwege“ denunziert, sondern auch dessen (teils externe) Referenten. Zum anderen kann das Feld der linken Auseinandersetzung in Tübingen nicht der denunziatorischen Willkür überantwortet werden. Es mag in der Sache des linken Bewegungsbetriebes liegen, dass gewisse Kriterien einer Kritik des Kapitalismus umstritten, da umkämpft sind und nicht allzu selten in der notwendigen Koalitionsbildung einer organisierten Gegen-Praxis zu theoretischen Abstraktionen einer „Halbbildung“ (Adorno) verschwimmen. Wenn aber jedweder Anspruch eliminiert ist, sich selbst und die eigene „Kritik“ irgendwie begründen und ausweisen zu können, verläuft die notwendige inhaltliche Auseinandersetzung in Bahnen eines quasi-akademischen Autoritarismus. Es scheint, als könnten gewisse Personen ihr Maul von der universitären Formalhuberei und ihres paradoxen diktatorischen Harmonismus nicht voll genug bekommen; gegen die Verlängerung des akademischen Sozialcharakters in die linksradikale Szene hinein gilt es den Inhalt und seine objektiven Kriterien geltend zu machen. Damit ist auch der dritte Aspekt benannt, der diesen Text motivierte. Es schlägt auf die Praxis, ihre Organisationsform, ja sogar auf ihre transzendierende Perspektive zurück, wenn die kritisch-reflektierte Einstellung zugunsten der alltäglichen Praxisanforderungen sistiert wird. Eine Praxis, die sich ihrer realen Machtlosigkeit nicht bewusst ist, die sich zu mehr stilisiert als dem unverzichbaren Kampf für Freiräume (Kampf für linke Hausprojekte, gegen Abschiebungen von ImmigrantInnen usw.), fällt der Gefahr anheim, den mit der Überhöhung realer Eingriffsmöglichkeiten nolens volens aufgenommenen Kredit durch falsche Identifikationen einzulösen, die für das stehen sollen, was man und frau doch so gerne selbst wären. Der Begriff des Linksradikalismus ist keine Spielmarke, die ihre Beglaubigung von der scheinbaren Selbstevidenz praktischer Aktionen erfährt; seine Realisation bedarf der Radikalisierung der Ideologiekritik, um die Bedingung der Möglichkeit einer sich gegen Exklusionstendenzen abgrenzenden linksradikalen Bewegung zu gewährleisten.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch der umfangreiche Charakter des Textes. Es zeichnete sich ab, dass die Auseinandersetzung zwischen dem „AK Linke Irrwege“ und der „Marxistischen Aktion Tübingen“ in einem Hin und Her von mehr oder weniger kurzen Stellungnahmen rastlos zu oszillieren sich anschickte; eine ausführliche theoretische Kritik war nötig, um den inhaltlichen Widerspruch nicht durch die Aktio und Reaktio von Kürzesttexten aufzulösen. Ein Verfahren übrigens, das freilich nicht nur der „MAT“ eigen ist. Der durchaus beachtenswerten Tendenz eines sich breit machenden Selbstverständnisses von Gruppen und Einzelpersonen, auf Tü-Info wahllos Denunziation zu betreiben (z.B. durch Kontaktschuld-Assoziationen), ohne es dabei irgend für nötig zu erachten, sich zumindest mit einem Pseudonym auszuweisen, soll mit diesem Text entgegengetren werden. Denn Denunziation und Theoriefeindlichkeit sind verschwistert, wofür die Beschimpfung Olaf Kistenmachers als „Faschistenmacher“ auf Tü-Info ein trauriges Zeugnis abgibt; natürlich wurde es auch hier nicht für notwendig erachtet, diese dreiste Beleidigung inhaltlich zu begründen – was, wie der/ die anaonyme PosterIn freilich wusste, auch nicht möglich ist. In eine ähnliche Kerbe schlug eine andere Stellungnahme vom 21.05. mit dem Titel „Linke Solidarität – Solidarische Kritik – Diffamierung Stopp!“. Wenn es in ihr heißt, „die letzten aktiven Gruppen und Einzelpersonen lassen langsam von jeglicher Aktion ab, alles was es noch gibt sind Vorträge, Vorträge und Vorträge, die am herrschenden Zustand NICHTS ändern wollen oder könnten“, zeugt sie nicht nur von dem panischen Reflex eines/ einer Linken, der/ die seine/ ihre Felle wegschwimmen sieht, sondern auch von einer manifesten Theoriefeindlichkeit, die in der Tat sich auszubreiten scheint. Wenn bereits der abstrakte Sachverhalt von Vorträgen an sich zur Denunziation verleitet, mag es bis zur ersten gewalttätigen Entladung dieses antitheoretischen Affekts nicht mehr weit sein. So geschah es im Verlauf der Zelle-Demo, dass Genossen der ART alleine deswegen mit körperlicher Gewalt bedroht wurden, weil sie einen israelsolidarischen Button trugen. Dass dieser durchaus bemerkenswerte Zwischenfall mit dem Vowurf des „Antideutschtums“ einherging, mag nicht verwundern, denn für die antiimperialistische Szene (und wohl nicht nur für diese) in Tübingen und Stuttgart besteht die deutsche Linke offensichtlich ausschließlich aus AntiimperialistInnen und Antideutschen. Dass bei einem solch schizophrenen und verkommenen Weltbild Frust aufkommt, ist leicht zu verstehen – dass er mittlerweile wahllos gegen israelsolidarische GenossInnen gerichtet wird, hingegen nicht. Es wäre das Mindeste diverser antiimperialistischer Gruppen gewesen, sich von diesen begründungslosen Beschimpfungen und der inakzeptablen Androhung von körperlicher Gewalt zu distanzieren. Dass all dies ausgeblieben ist, zeigt den grundsätzlichen Konsens einer Denunziationskultur, die entweder stillschweigend akzeptiert, oder, wie im Falle der „MAT“, aktiv praktiziert wird. Wo der Inhalt jedoch unter der Präponderanz der Form erstickt wird (Kontaktschuld-Assoziationen, begründungslose Diffamierung usw.), triumphiert am Ende die reale Abstraktion der Wertform und ihre inhaltliche Unbestimmtheit. Und in der Tat ähneln die (anti)politischen Auseinandersetzungen in der Tübinger Linken nicht selten frappant dem offiziellen Diskurs des akademischen Betriebes und der bürgerlichen Presse, mit all seinen Befindlichkeiten und taktischen Gemeinheiten. In diesem Sinne versteht sich die folgende Polemik vor allem auch als eine Intervention in die Denunziationskultur weiter Teile der Tübinger Linken, von der Überzeugung motiviert, dass radikale Kritik entweder inhaltlich bestimmt oder aber bloße Farce ist.

Wenn darüber hinaus die Broschüre „Nina, Pinta, Santa Maria“ (erschienen am 28. 07. Auf Tü-Info) apostrophiert, „die fundamentale Krise der kapitalistischen Gesellschaft“ müsse als „Chance zu ihrer Überwindung“ begriffen werden und dies ausgerechnet im Zug einer „fortschrittliche[n], humanistische[n] und kapitalismuskritische[n] Entwicklung“ einfordert, zeigt dies nicht nur, dass die AutorInnen dem bürgerlichen Fortschrittswahn mindestens ebenso verpflichtet sind wie die von ihnen kritisierten Antideutschen, sondern auch, dass hier einmal mehr postmoderne Mittelschichtssprösslinge ihre Unkenrufe lancieren, die die ohnehin theoretisch unbegriffene Fundamentalkrise des Kapitalismus auch noch als eine „Chance“ umdefinieren wollen. Auch hier wird wieder jedwede israelsolidarische Position als antideutsch halluziniert, was einmal mehr die Tragik der deutschen, aber auch der Tübinger Linken deutlich macht: Radikal kritische Positionen, die sich jenseits der dichotomischen Spaltung von antiimperialistischer und antideutscher Ideologie positionieren, werden schlichtweg ignoriert. Man und frau bekunden Solidarität mittlerweile nämlich durchweg alleine anhand von Bauchgefühlen; kritisch-theoretische Reflexion bleibt in der Tübinger Linken ein Anathema – würde ja eine kategoriale Kritik der bestehenden Verhältnisse die Pseudo-Praxis, die alleine der Selbstbefriedigung des eigenen Mittelschichtsbewusstseins dient, erheblich stören. Wenn in absehbarer Zeit die „antideutsche Veranstaltungsreihe Linke Irrwege“ (siehe „Nina, Pinta, Santa Maria“) eine Kritik der antideutschen Ideologie vorantreiben wird, wird dies bei den AutorInnen der Broschüre wohl keine Verwunderung hervorrufen; ein solch affektives Geplapper ist wohl gegen jeden noch so beißenden Widerspruch im eigenen Denken gewappnet.

Da in der Zwischenzeit noch allerhand andere Projekte abzuarbeiten waren, musste die folgende Polemik wohl oder übel die zeitliche Differenz zu der Veröffentlichung des in ihr kritisierten Gegenstandes in Kauf nehmen. So sei schließlich noch betont, dass der Text ausschließlich von mir verfasst wurde und mit den Protagonisten des AK „Linke Irrwege“ weder abgestimmt wurde, noch gar einer Stellungahme desselben gleichkommt.

Zusatz: Sollte die kürzlich veröffentlichte Auflösungserklärung der „MAT“ eine Reaktion ob des Wissens dieser Polemik gewesen sein, hat sie ihr Ziel erreicht. Dass aufgrund der personalen Kontinuität auch die Folgeorganisationen der „MAT“ – die „SDAJ-Tübingen“ und die „Antifa Aufbau Tübingen“ – Gegenstand der Kritik sein werden, versteht sich von selbst. Sofern die Auflösung jedoch mit einem Unbehagen an dem denunziatorischen Stil der Ex-MAT-StalinistInnen zusammenhängt, wäre dies wiederum eine begrüßenswerte Entwicklung.

Daniel Späth, Tübingen, Juni 2012

Weiterlesen unter
http://linkeirrwege.blogsport.de/images/DerbodenloseAbsturzindieRegression.pdf

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/06/28/der-bodenlose-absturz-in-die-regression-zum-ideologischen-charakter-der-marxistischen-aktion-tuebingen-ein-beitrag-gegen-die-denunziatiorische-perfidie-in-teilen-der-tuebinger-linken/feed/
26.04.2012, Vortrag: Einführung in die Kritik des Antiimperialismus http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/08/26-04-2012-vortrag-einfuehrung-in-die-kritik-des-antiimperialismus/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/08/26-04-2012-vortrag-einfuehrung-in-die-kritik-des-antiimperialismus/#comments Sun, 08 Apr 2012 12:35:04 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/08/26-04-2012-vortrag-einfuehrung-in-die-kritik-des-antiimperialismus/

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/08/26-04-2012-vortrag-einfuehrung-in-die-kritik-des-antiimperialismus/feed/
Alles „anti-linke Hetze“? http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/07/alles-anti-linke-hetze-mat/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/07/alles-anti-linke-hetze-mat/#comments Sat, 07 Apr 2012 21:37:18 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/07/alles-anti-linke-hetze-mat/ »Befreien wir sie von den Hirngespinsten, den Ideen, den Dogmen, den eingebildeten Wesen, unter deren Joch sie verkümmern. Rebellieren wir gegen diese Herrschaft der Gedanken.«*1

Die konterrevolutionären Niederschlagungen der Selbstemanzipation der Menschen durch die vermeintlich revolutionären BolschewistInnen und ihrer ideologischen Zerfallsprodukte finden sich in der Geschichte der immer wieder hervortretenden ArbeiterInnenräte (Sowjets), die 1917 von eben diesen Bolschewisten rekuperiert, und 1921 von Lenin und Trotzki in Kronstadt liquidiert wurden und ebenso der parteilosen, selbstverwalteten Machnowschtschina Jahre 1922 in den Rücken fielen und die Bewegung niederschlugen.
China 1927 steht für ein frühes, brutales militärisch-bürokratisches Unterbrechen und Abblocken einer beginnenden revolutionären Bewegung eines entschlossenen, aber zahlenmäßig sehr schwachen Proletariats.
1936-37 sind die Räte in Spanien durch die anarchistische Gewerkschaft rekuperiert, von den StalinistInnen von innen und vom deutschen Nationalsozialismus sowie vom italienischen Faschismus von Außen niedergemacht worden.
Die sogenannte »Großen Proletarischen Kuturrevolution« 1966-1969 in China gibt par excellence das historische Beispiel einer bürokratischen Wirtschaftsform, einer nachholenden staatskapitalistischen Akkumulation ab, die sich als Sozialismus ausgegeben hat. Die in dieser vom bürokratischen Terror beschleunigten ursprünglichen Akkumulation neu entstandenen Widerstände sind mit dem extremen Führerkult einer Person, die des Mao ZeDongs, repressiv sublimiert worden.

Insgesamt führte das von Teilen des ›Proletariats‹ spektakulär und knechtisch angebetete Modell der ›sozialistischen‹ Oktoberrevolution sowie der »Großen Proletarischen Kuturrevolution« in zahlreichen Ländern zur Dogmatisierung derjenigen Parteien, die sich am bolschewistischen Modell orientierten und zur Liquidierung alternativer kommunistischer Organisierungen.
Aus diesen historischen Schwächen und Niederlagen der Räteorganisierung muss gefolgert werden, dass die fetischistischen Trennungen der hierarchischen Klassengesellschaft, welche sich in den revolutionären Kampf- und Organisationsformen immer wieder produziert haben und sich jederzeit wieder reproduzieren können, schon im Keim aufzubrechen und zu überwinden sind. Das bedeutet in erster Linie, dass die Entfremdung nicht mit entfremdeten Mitteln bekämpft werden kann, ansonsten stellt sich »die ganze alte Scheiße« (Marx) und mit ihr die gesellschaftlich hierarchische Trennung immer wieder her. Um die mögliche (nicht ›objektiv automatische‹!) Selbstorganisierung der Menschen zu begünstigen, muss der Leninismus in all seinen Spielarten strikt abgelehnt werden!

Die Organisation des Proletariats nach dem bolschwistischen Modell unter der Leitung von BerufsrevolutionärInnen, enthält schon die wesentlichen ideologischen und konterrevolutionären Verkehrungen: Die Marxsche Theorie der Selbstemanzipation des Proletariats, der anti-staatlichen »Diktatur des Proletariats« als Diktatur der »radikalen Bedürfnisse« (Marx) wurde in der Leninschen Parteiideologie in ihr Gegenteil verkehrt, in eine »Diktatur über das Proletariat“, auf der Grundlage eines nachholenden, kapitalistisch-despotischen Akkumulationsregimes.

Des Weiteren darf den BerufsrevolutionärInnen die Huldigung einer der brutalsten Durchführungen der ursprünglichen Akkumulation, der des ›Sozialismus in einem Land‹, unter Stalin in der ehemaligen UdSSR nicht fehlen. Deren nationalstaatliche ›Lösungen‹ oder ›Großen Sprünge‹ dienten letztendlich zur Ermächtigung einer staatskapitalistischen Bürokratie als ebenso »herrschende Klasse“ auf Kosten des »Proletariats“, durch die Aufrechterhaltung der Arbeitskraft als Ware.

Was Marx klarmachen wollte, nämlich dass der Sozialismus weder auf Wunsch noch auf Befehl einer Staatsmacht verwirklicht werden könne, wollten Lenin und Stalin widerlegen. Konsequent forderte Lenin zur Sicherung der Leitung der gesellschaftlichen Arbeit »die Unterordnung des Willens von Tausenden unter den eines einzigen.« (Lenin) Kritisierte noch Marx den despotischen Charakter des industriellen Arbeitsprozesses, so wurde diese Despotie von Lenin als notwendiges Übel in Kauf genommen und in eine Fortschrittsideologie (zur Not auch gegen die Produktivkräfte) umgelogen. Das hochgezüchtete mehrwertschaffende Sowjetproletariat wurde staatsbürokratisch gezwungen für die Akkumulation des Staatskapitals außer der miserablen Bezahlung auch diese Entstellung des ›Sozialismus‹ als ideologische Konsequenz mit in Kauf zu nehmen. Hierbei entlehnte Lenin mit seinem ›Weisheitsspruch‹ »Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen« seine politische Moral dem christlichen Evangelium und Stalin dachte wie sein Meister: »Die erzeugten Produkte werden nach der Arbeitsleistung verteilt.« Die schlechte Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln im sogenannten Realsozialismus als bloße Übereignung an Staatsapparate, dessen IdeologInnen von einer unvermittelten und damit falschen Gegenüberstellung von Lohnarbeit und Kapital ausgingen, schrieben weiterhin die Herrschaft der toten über die lebendige Arbeit fort und transformierten bloß die bürgerliche Ökonomie in einen bürokratischen Staatskapitalismus. Mit äußerster staatsterroristischer Gewalt wurden jegliche revolutionären Selbstorganisationsversuche der arbeitenden Bevölkerung, die alle Formen des Kapitalismus und seine grundlegendsten Kategorien zu überwinden versuchten, so auch die Lohnarbeit im Staatskapitalismus, immer wieder niedergeschlagen. Ebenso wurde auch jeder theoretische Dissens im Keim erstickt und selbst wichtige Marxsche Schriften entkamen der stalinistischen Zensur nicht.

Diese stalinistische Konterrevolution wird von einer Vielzahl von arbeiterbewegungs-marxistischen Gruppen klein geredet. Auch die Marxistischen Aktion Tübingen »verharmlost« diese natürlich in keinster Weise, nein, sie »erklärt« sie!
Es wird dabei einiges an konterrevolutionärer Ideologie aufgeboten, was die ArbeiterInnenbewegung der letzten hundert Jahre begleitete und das bisherige Scheitern einer potentiell revolutionären Selbstorganisierung der Menschen mitbedingt hat.

Auch Kuba stellt mit seiner Form des ›Sozialismus‹ nicht viel Anderes dar. Bezüglich der Positionierung zu Kuba scheint zumindest ein Mitglied des 3A Bündnisses (an dem sich die MAT beteiligt), die KPD/Roter Morgen, den Kuba-Huldigungen der MAT zu widersprechen, wenn sie erkennt, dass »eine Gesellschaft wie in Kuba, (…) an manchen Stellen wie Sozialismus aussehen mag, aber im Kern schon längst ein Ausbeutungssystem geworden ist, mindestens genauso instabil ist wie der krisengeschüttelte offene Kapitalismus. Denn von Sozialismus kann in Kuba schon lange keine Rede mehr sein, das kubanische Volk hält weder den Staatsapparat noch die verstaatlichen Betriebe wirklich unter Kontrolle, sondern die kubanische Parteielite (…).«*2
In welchem real-sozialistischen Staat war das je anders?

Die unsägliche Tradition des Umlügens der bittersten Niederlagen der ArbeiterInnenbewegung in vermeintliche Siege hat zu einem nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen, dass die ArbeiterInnenbewegung stets auf ein Neues in schon verlorene Schlachten gezogen ist. Da eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Fehlern und Trugschlüssen von den Siegern der bisherigen Geschichte ständig sabotiert und von den Proletarisierten verdrängt wurde, konnten auch die dabei gemachten emanzipatorischen Erkenntnisse kaum gerettet werden.

Mit einer solchen »Aktualität des Kommunismus« hat »die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt« (Marx), d.h. eine revolutionäre kommunistische Bewegung nichts zu schaffen. Insofern sollten alle, die von diesem Begehren umgetrieben werden, die geschmacklose, konterrevolutionäre Folklore dem Müllhaufen der Geschichte überantworten.

Es sollten sich daher Alle aufgerufen fühlen, sich aus eben diesem geschichtlichen Bewusstsein heraus den entfremdeten Organisationsformen der ideologisch zusammengeschweißten Gruppen zu lösen und die durch begriffliche Kritik und Theorie ihre emanzipativen Begierden aus der gesellschaftlichen Verdrängung heraus erkennende Menschen aktiv an der Aufhebung dieser Gesellschaft und Überwindung all ihrer Trennungen teilzuhaben.

*1 Die deutsche Ideologie. Marx/Engels, MEW 3, S. 13, 1846/1932
*2 http://www.kpd-net.de/rmvoll_1224.html

Als Vorlage diente:
http://aus-in-der-vorrunde.de/diewarerevolution/erster_mai_flugblatt.pdf

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/07/alles-anti-linke-hetze-mat/feed/
Die Linke und der „real existierende Sozialismus“ http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/01/25/die-linke-und-der-real-existierende-sozialismus/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/01/25/die-linke-und-der-real-existierende-sozialismus/#comments Wed, 25 Jan 2012 16:53:31 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/01/25/die-linke-und-der-real-existierende-sozialismus/

Für Empörung, Aufstände und soziale Revolutionen gibt es reichliche Gründe, wie die jüngsten Entwicklungen in der arabischen Welt, in Griechenland, in Spanien oder in Großbritannien zeigen. In dieser Situation ist aber gerade in Deutschland auch eine Wiederbelebung der ML-Ideologie der gescheiterten pseudosozialistischen Diktaturen des Ost-Blocks zu verzeichnen. Die dreiste Leugnung des repressiven Charakters dieser Polizeistaaten gegenüber der Bevölkerungsmehrheit sowie gegenüber jeder linken Kritik und Mythen über »sozialistische Errungenschaften« treiben neue Blüten. Überreste der DDR-Nomenklatura finden namentlich in der Tageszeitung »junge Welt« eine Plattform dafür.
Angewidert von der antikommunistischen Propaganda entdecken aber auch manch junge Linke plötzlich scheinbare »Vorzüge der DDR«. Auf diese Weise tappen Linke aber nicht nur in die Falle der Neutralisierung antikapitalistischer Strömungen durch die Herrschenden; diese können nämlich die Erfahrungen vieler Menschen in Ost und West mit dem untergegangenen System des »real existierenden Sozialismus« dagegen mobilisieren. Jene Linken sind auch dazu verdammt, erneut autoritäre Wege zu betreten, die nicht über den heutigen Kapitalismus und die in langen geschichtlichen Kämpfen gegen Kapital und Staat erstrittenen Freiheiten hinausführen, sondern dahinter zurückfallen.

Selbsthilfegruppe „Ei des Kommunismus“ (SEK)

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/01/25/die-linke-und-der-real-existierende-sozialismus/feed/
Es geht weiter! http://linkeirrwege.blogsport.de/2011/12/08/es-geht-weiter/ http://linkeirrwege.blogsport.de/2011/12/08/es-geht-weiter/#comments Thu, 08 Dec 2011 13:25:33 +0000 Administrator Allgemein http://linkeirrwege.blogsport.de/2011/12/08/es-geht-weiter/ Ab April wird die Reihe fortgesetzt!

Weitere Informationen werden hier bekannt gegeben.

]]>
http://linkeirrwege.blogsport.de/2011/12/08/es-geht-weiter/feed/